Bundesverband der Deutschen Bäckerfachvereine
Tradition – Handwerk – Genuss
Wer im Bäckerhandwerk arbeitet, sollte seinen Beruf lieben. Sollte es genießen zu schmecken, riechen und zu spüren, was er schafft. Der Mut zu neuen Rezepten gepaart mit dem Willen, alte Traditionen leben zu lassen, zeichnet erfolgreiche Bäckereien aus. Und auf der Verkaufsseite spüren die Kunden, wenn die MitarbeiterInnen ihre Produkte kennen und schätzen. Nur dann können sie fachmännisch beraten. Diese Gedanken treiben die Verantwortlichen in den deutschen Bäckerfachvereinen an. Sie treten der steigenden Zahl der Teiglingabbackbetriebe entgegen. Versuchen den fortschreitenden Verfall der Esskultur zu stoppen.
Das gelingt nur, wenn die handwerklichen Bäcker hervorragende Qualität, kreative Gebäcke und einen erstklassigen Service liefern. Gerade vor diesem Hintergrund spielen die Bäckerfachvereine eine wichtige Rolle. Sie verbinden Gesellen, Meister, Selbstständige und Arbeitnehmer über Unternehmen, Städte und Regionen miteinander. Unsere Aktivitäten zielen darauf, die handwerkliche Tradition der Bäcker und Konditoren weiterleben zu lassen. Wir möchten in diesem Umfeld fachlich qualifizierte, engangierte und kreative Kolleginnen und Kollegen fördern. Unser Nachwuchs braucht gutes Rüstzeug gegen Einheits-Bäcker.
Denn eines steht fest: Qualität und Kreativität sind die Markenzeichen des Deutschen Bäckerhandwerks und untrennbar mit den Bäckerfachvereinen verbunden. Und das soll auch so bleiben. Lernen Sie unsere Organisation auf den folgenden Seiten näher kennen …
Verband der Deutschen Bäckerfachvereine Was sind wir? Was wollen wir?
Auszubildende – Geselle – Meister:
Die Bäckerfachvereine als Bindeglied
Die Tradition der Bäckerfachvereine reicht zum Teil sehr weit zurück.
Die ältesten Bäckerfachvereine bestehen schon seit 400 bis 600 Jahren.
Aber auch in unserer heutigen modernen Zeit hat die Fachvereinsbewegung für den Nachwuchs im Bäckerhandwerk nichts von ihrem Reiz verloren, wie die spontanen Neugründungen von Fachvereinen in vielen Orten zeigen.
“Fachvereinler“ zu sein ist „in“ und hat seine Vorteile im Beruf und in der Gesellschaft.
Aus den früher rivalisierenden Gesellen- und Meistersöhnenvereinigungen hervorgegangen,
gehören den Bäckerfachvereinen heute Gesellen, Meister (unselbstständige und selbstständige) und Auszubildende gleichberechtigt an.
Hierdurch ist eine engere Zusammenarbeit mit anderen Bäckerorganisationen gewährleistet.
Die Aufgaben
Zu den Hauptaufgaben der Bäckerfachvereine gehört es, Bindeglied zwischen Auszubildenden, Gesellen und Meistern zu sein. Die Mitglieder sollen im Beruf entwickelt und gefördert werden und gleichzeitig soll der Berufsstand nach außen positiv dargestellt werden. Die Bäckerfachvereine sind parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Sie sind auch keine Tarifpartner für das selbstständige Handwerk.
Die Aufgaben der Bäckerfachvereine gliedern sich in:
- fachlichen Bereich
- geselligen Bereich
- berufs- und gesellschaftspolitischen Bereich.
Der fachliche bereich
Die fachliche Unterstützung und Förderung seiner Mitglieder und des Berufsnachwuchses stellt eine zentrale Aufgabe der Bäcker-fachvereine dar. Erfahrene Fachvereinler bereiten die
Lehrlinge vielerorts praktisch und
theoretisch auf die Zwischen- bzw. Gesellenprüfung vor.
Diese ergänzende Unterweisung zum Berufsschulunterricht und zur betrieblichen Ausbildung hat schon zu manchem spürbaren Erfolg geführt. Den Gesellen werden zur Fortbildung Garnier-, Flechtgebäck-, Feingebäck-, Marzipan-, Brotkurse usw. angeboten. Von Zeit zu Zeit beteiligen sich die Fachvereine auch an Leistungsschauen, wie z.B. auf der IBA. Die mit zahlreichen Schaustücken gefüllten Ausstellungsvitrinen sind
stets eine besondere Attraktion.
Im guten Einvernehmen mit der zuständigen Handwerkskammer können einige Bäckerfachvereine auch im fachpraktischen und fachtheoretischen Teil Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfung anbieten.
Ergänzt werden die Fortbildungs-veranstaltungen der Bäcker-fachvereine durch berufskundliche Lehrfahrten zu Mühlen, Hefefabriken, Backmittelfirmen u.s.w.. Von Zeit zu Zeit können namhafte Referenten zu Fachvorträgen vor den Fachvereinen gewonnen werden.
Diese Vorträge finden stets viel Anklang.
Der berufsstand- und gesellschaftspolitische bereich
Ständig werden verantwortungs-volle Fachvereinler gesucht, die sich bereit erklären, Aufgaben und Positionen in der Fachvereins-organisation zu übernehmen.
Die Fachvereine schulen interessierte Mitglieder dazu bei Bedarf auch in Rhetorikkursen, so dass diese bei Vorträgen und Diskussionen bezüglich berufsstands- und gesellschafts-politischer Fragen mitreden und
mitdiskutieren können.
Wichtig ist es auch, dass Fachvereinsmitglieder in den Gesellenausschüssen engagiert sind. Für den Gesellenausschuss ist eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Innung sehr wichtig.
Der Vorsitzende dieses Ausschusses ist Mitglied im Innungsvorstand und wohnt allen Vorstandssitzungen bei.
Ein interessantes Aufgabenfeld innerhalb des berufsstands- und gesellschaftspolitischen Aufgaben-bereichs der Bäckerfachvereine ist auch die Benennung von Mitgliedern für die Vollver-sammlung, den Handwerks-kammervorstand und verschiedene Kammerausschüsse.
Hier gilt es sich zu engagieren und qualifizierte Vertreter für diese Position zu benennen, denn hier werden Fragen behandelt, die die Ausbildung und die Zukunft des Gesamthandwerks angehen.
Die Bäckerfachvereine versuchen auch Fachvereinler in die Selbstverwaltungsorgane der Krankenkassen zu delegieren, gleich, ob es sich dabei um die AOK oder die IKK handelt.
Auch hier geht es um Belange, wie die Beitragssätze oder die allgemeinen und zusätzlichen Leistungen der Kassen, die keinem Gesellen gleichgültig sein dürften.
Die Fachvereine bieten dem Nachwuchs die Möglichkeit, aktiv zu werden und bereiten ihn durch
Veranstaltungen, Kurse, Diskussionen unter Kolleginnen und Kollegen und das Zusammengehörigkeitsgefühl
auf diese Aufgabe vor.
Der gesellige Bereich
Der gesellige Bereich kommt bei keinem Bäckerfachverein zu kurz. Er soll den Zusammenhalt und das
Zusammengehörigkeitsgefühl fördern. Zu den größeren und kleineren geselligen Veran-staltungen gehören Festabende, Grillfeste, Stammtische, Kegelveranstaltungen oder Wanderungen mit Freunden und Familien. Sehr aktiv zeigen sich die Fachvereinler auch im sportlich- und geselligen Bereich, z.B. wenn die Fußballmannschaften der Bäckerfachvereine gegeneinander oder gegen befreundete Handwerke antreten.
Das umfassenste Aufgabengebiet der Bäckerfachvereine bietet der berufsstands- und gesellschafts-politische Aufgabenbereich.
Gerade dieser Bereich ist für den Fortbestand und die Entwicklung des Bäckerhandwerks von großer Bedeutung.
Führungskräfte des Bäckerhandwerks
Für viele Berufskollegen, die heute in hohen Positionen der Innung, der Kammern oder Verbände arbeiten, war der Bäcker-fachverein das Sprungbrett zur Karriere.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen die Fachvereine, wie ihre Mitglieder in Spitzenpositionen der Organi-sationen des Bäcker- und des Gesamthandwerks abwandern.
Mit einem lachenden Auge deshalb, weil es zeigt, dass unsere Bäckerfachvereine durch ihre Arbeit den Mitgliedern die Voraussetzung geschaffen haben, Führungspositionen im selbstständigen Handwerk zu
besetzen und auszufüllen.
Mit einem weinenden Auge, weil damit den Bäckerfachvereinen wertvolle Kollegen verlorengehen. Aber in den Führungspositionen des selbstständigen Handwerks sind diese Kollegen für die
Bäckerfachvereine von großem Wert. Sie sind das Bindeglied vom selbstständigen Handwerker zu den Bäckerfachvereinen.